Stimmungsschwankungen ab 40: Hormone, Blutzucker oder beides?
KI-generiertReizbarkeit, plötzliche Traurigkeit, das Gefühl, „nicht mehr man selbst“ zu sein — viele Frauen erleben das erstmals deutlich in der Perimenopause. Östrogen beeinflusst direkt die Regulierung von Serotonin und Dopamin im Gehirn, den Botenstoffen, die maßgeblich über Stimmung und Antrieb mitentscheiden. Sinkt der Östrogenspiegel unregelmäßig, wie es in dieser Phase typisch ist, schwankt auch die Stimmung entsprechend unregelmäßig mit.
Was dabei selten mitgedacht wird: Ein deutlicher Blutzuckerabfall wirkt sich auf praktisch jeden Menschen unmittelbar auf die Stimmung aus, unabhängig vom Alter — das Gehirn ist auf eine stetige Glukoseversorgung angewiesen, und schon ein kurzfristiger Mangel äußert sich häufig als Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche oder ein diffuses Unwohlsein, oft lange bevor jemand das Wort „hungrig“ verwendet.
Beide Mechanismen lassen sich nicht immer sauber trennen — und müssen es auch nicht. Wer über mehrere Tage beobachtet, ob Stimmungstiefs eher zwei bis drei Stunden nach bestimmten Mahlzeiten auftreten oder unabhängig davon über den Tag verteilt sind, bekommt zumindest einen Hinweis darauf, wo ein erster, gut beeinflussbarer Hebel liegen könnte.
Wichtig ist die Abgrenzung: Anhaltende oder starke Stimmungsveränderungen gehören ärztlich abgeklärt — eine depressive Episode, eine Schilddrüsenfunktionsstörung oder andere Ursachen lassen sich nicht per Sensor diagnostizieren. Die Glukosekurve kann ein Baustein im Verstehen sein, aber kein Ersatz für dieses Gespräch.