Schwangerschaftsdiabetes: Warum eine frühzeitige Diagnose wichtig ist und wie CGM helfen kann
Schwangerschaftsdiabetes gehört zu den häufigsten Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft und betrifft schätzungsweise zehn bis fünfzehn von hundert werdenden Müttern. Verantwortlich dafür ist das veränderte Hormonprofil in der Schwangerschaft: Insbesondere in der zweiten Schwangerschaftshälfte steigt der Insulinbedarf spürbar an, weil bestimmte Schwangerschaftshormone der Insulinwirkung entgegenwirken. Kann die körpereigene Insulinproduktion diesen Mehrbedarf nicht ausgleichen, steigt der Blutzucker an, und es entwickelt sich eine Schwangerschaftsdiabetes.
Bleibt der Blutzucker über längere Zeit erhöht, kann das für Mutter und Kind spürbare Folgen haben. Häufig wächst das Kind überdurchschnittlich schnell, was die Geburt erschweren und das Risiko für Komplikationen erhöhen kann. Auch beim Neugeborenen selbst kann es direkt nach der Geburt zu einem Blutzuckerabfall kommen, und langfristig steigt das Risiko für spätere Stoffwechselprobleme beim Kind. Genau deshalb lohnt es sich, frühzeitig hinzuschauen: Wird eine Schwangerschaftsdiabetes rechtzeitig erkannt, lassen sich mit Anpassungen bei Ernährung und Bewegung viele dieser Risiken deutlich senken.
Standardmäßig wird zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt: Nach dem Trinken einer Zuckerlösung mit 75 Gramm Glukose wird der Blutzucker nach einer und nach zwei Stunden gemessen, erhöhte Werte bestätigen dann die Diagnose. Frauen mit Risikofaktoren, etwa bei starkem Übergewicht oder familiärer Diabetes-Vorbelastung, sollten bereits deutlich früher getestet werden, häufig schon zwischen der 12. und 16. Woche, damit eine mögliche Stoffwechselstörung nicht unentdeckt bleibt.
Neben dem klassischen Test spielt für die laufende Kontrolle des Blutzuckers zunehmend das kontinuierliche Glukosemonitoring, kurz CGM, eine Rolle. Anders als die klassische Messung per Fingerstich, die nur punktuelle Momentaufnahmen liefert, zeichnet ein CGM-System rund um die Uhr Werte auf und macht so auch Blutzuckerspitzen sichtbar, die nach den Mahlzeiten sonst leicht übersehen werden. Zusätzlich warnt das System automatisch bei zu hohen oder zu niedrigen Werten, sodass schneller gegengesteuert werden kann, und erspart den werdenden Müttern die vielen täglichen Stiche in den Finger.
Wichtig zu wissen ist außerdem, dass eine Schwangerschaftsdiabetes über die Geburt hinaus Bedeutung hat: Studien zeigen, dass etwa die Hälfte der betroffenen Frauen innerhalb von zehn Jahren einen Typ-2-Diabetes entwickelt. Das ist jedoch kein unausweichliches Schicksal, denn regelmäßige Bewegung, weniger raffinierter Zucker und Weißmehl, dafür mehr Ballaststoffe und Eiweiß sowie ein fortgesetztes Blutzucker-Monitoring auch nach der Geburt können dieses Risiko wirksam senken.